Heuristik

Die lebendige Komplexität des Alltags macht sich vor allem dadurch bemerkbar, dass wir ständig Entscheidungen treffen müssen. Sowohl der Zeitdruck, als auch die Fülle der Informationen führen in der Regel dazu, dass wir schnell und lediglich unter Berücksichtigung einiger weniger Fakten, weitreichende Schlussfolgerungen ziehen. Diese Vorgehensweise nennt man Heuristik.

Oft sind solche Situationen unausweichlich und Heuristiken die richtige Vorgehensweise. Das ist jedoch nicht immer so. Weil Heuristiken zum größten Teil unbewusste Vorgänge sind, die vergangenes Wissen und ganz besonders unsere persönlichen Vorlieben und Abneigungen zum Ausdruck bringen, werden sie in der Regel der aktuellen Situation mit deren Komplexität nicht gerecht. Daher ist es für Menschen  mit Verantwortung wichtig, sich ihrer eigenen Heuristiken bewusst zu werden und diese als Lösungsbausteine und eben nicht sofort als Ergebnisse wichtiger Entscheidungsprozesse anzusehen.

Algorithmen

In dem Moment, in dem wir uns unserer Heuristiken bewusst werden, gehen wir bereits algorithmisch vor. Algorithmus ist der Name für diejenigen Wirkungszusammenhänge, welche meine Persönlichkeit, mein Team oder mein Unternehmen in Wirklichkeit steuern und zu dem machen, was und wie sie im Moment sind. Algorithmen sind dynamisch und vernetzt. Erst das Wissen um ihre komplexen Zusammenhänge macht aus uns einen verantwortungsvollen Entscheider, vor allem deswegen, weil wir uns der eigenen Grenzen bewusst werden.

Bewusstseinskultur

Unter Bewusstsein verstehe ich die Matrix-Qualität, in der sich unsere Persönlichkeit, wie auch alles andere konfiguriert und erscheint. Bewusstsein tritt für uns in Erscheinung als Präsenz, Gegenwärtigkeit oder Achtsamkeit. Bewusstsein ist der für uns Menschen größtmögliche Zusammenhang.

Deswegen könnten wir auch sagen, dass wir Bewusstsein sind und nicht Bewusstsein haben. Heuristiken, Algorithmen, wie auch alle anderen Ereignisse und Zusammenhänge erscheinen im Bewusstsein und werden deswegen auch bewusst wahrgenommen. Da unser ganz persönliches Bewusstsein durch die vielen bewussten und noch zahlreicheren unbewussten Ereignisse stark konditioniert ist, neigt es dazu, die gleichen Heuristiken und Algorithmen lebenslang zu reproduzieren oder zu verallgemeinern.

Deswegen erleben wir oft das Zusammentreffen mit aktuellen Ereignissen als Konflikt, Hürde oder Schwierigkeit. Mit anderen Worten: unsere Bewusstseinsqualität, die sich ständig als unsere persönliche Präsenz und Achtsamkeit verkörpert, kann, soll und muss ebenfalls geübt werden. Dieses Training verbirgt sich üblicherweise hinter dem Begriff „Meditation“.

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